Trinkwassergewinnung - nur aus frischem Grundwasser!

Ein Satz vorweg: Im Tecklenburger Land kommt unser Trinkwasser ausschließlich aus dem "Boden" - besser: aus tiefen Gesteinsschichten.

Anders, als in anderen Gebieten Deutschlands, also nicht aus Seen oder Flüssen und natürlich ist es kein gereinigtes Wasser, welches schon einmal "gebraucht" wurde!

Unser hochwertiges Trinkwasser war und bleibt immer frisches Grundwasser!

Daher ist es so wichtig, dass unser Grundwasser sauber bleibt!

Nachfolgend möchten wir Ihnen am Beispiel unseres Wasserwerks Brochterbeck erklären, was wir beim WTL alles tun müssen, damit Sie Ihr gutes Wasser zuverlässig und zu jeder Zeit bekommen:

 

Das Wassergewinnungsgebiet "Brochterbeck"

Die "Vor-Osning-Rinne" (siehe Schaubild) | Von Rheine bis Lengerich verläuft am süd­westlichen Fuß des Teutoburger Waldes ein mit Sand und Kies gefülltes eiszeitliches Gletschertal, die sogenannte "Vor-Osning-Rinne".
Es ist im Mittel 25 - 30 m tief. Wegen ihres großen Porenvolumens ist die Vor-Osning-Rinne ein hervorragendes Grundwasservorkommen mit natürlicher Filterwirkung.

Aus ihr fördern unter anderem die Wasserwerke Brochterbeck und Dörenthe das Rohwasser für die Trinkwassergewinnung.

Die Wasserwerke Lehen und Schollbruch nutzen den Höhenzug des Osnings als Kluftwasserleiter.

Auf seinem Weg vom Auftreffen auf die Erdoberfläche bis zu den Förderbrunnen des Wasserwerkes Brochterbeck wird jeder Regentropfen auf natürliche Weise aufbereitet. Indem er durch verschiedene Erdschichten sickert und fließt, spielen sich eine Vielzahl von biologischen, chemischen und physikalischen Vorgängen ab.

Dieser natürliche Aufbereitungsprozess ist zugleich der wichtigste. Aus dem Regentropfen wird Grundwasser. Wie das Bodenprofil im Gebiet des Wasserwerks Brochterbeck aussieht, veranschaulicht die obige Grafik.

Der Untergrund | Der Untergrund besteht aus einer 15 - 40 m dicken Schicht aus Sanden und Kiesen. Diese Bodenschichten sind Ablagerungen aus der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren.

Die Basis dieser Ablagerungen sind wasserundurchlässige Ton- und Mergelschichten. Das unterirdische Wasser kommt dabei in zwei verschiedenen Bereichen vor. Der eine Bereich, der unmittelbar unter der Erdoberfläche beginnt und sowohl Luft als auch Sickerwasser enthält, wird als ungesättigte Zone bezeichnet.
Darunter befindet sich der Bereich, in dem alle Hohlräume mit Wasser gefüllt sind. Dieser Bereich ist die gesättigte Zone, die auch als Grundwasserleiter bezeichnet wird.
 
Im Bereich des Grundwasserleiters liegen die Fassungsstränge der 21 Brunnen für die Wasserförderung.

 

Bild links: Teile des Horizontalfilterbrunnen.

 

 

 

Verfahrensschema des Wasserwerkes Brochterbeck

Natürliche Aufbereitung | Ein Regentropfen geht auf die Reise. Kaum trifft er auf die, hoffentlich unversiegelte, Erdoberfläche, sickert er ins Erdreich.
Dort durchläuft er eine Vielzahl von wichtigen natürlichen Reinigungsphasen, bis er schließlich zum Grundwasser gelangt.
Die technische Aufbereitung im Wasserwerk Brochterbeck ist im Grunde nur eine Ergänzung dieser natürlichen "Reinigung". Das Grundwasser aus den Brunnengalerien Nord, Mitte und Süd weist zuviel Eisen, Mangan und Kohlensäure auf. Diese Inhaltsstoffe werden durch den Aufbereitungsprozess entfernt.

Entsäuerung | Das geförderte Rohwasser (Grundwasser), verrieseln wir in offenen Kaskaden. Dadurch wird es intensiv belüftet und reichert sich sehr stark mit Luftsauerstoff an.
Eisen und Mangan oxidieren, gleichzeitig verflüchtigt sich die Kohlensäure.


Filtration | Anschließend fließt das belüftete Wasser zur Filteranlage. In den mit Kies und Hydro-Anthrazit gefüllten 5 Filtern der ersten Filterstufe werden dann die Eisenflocken abgefangen.
Ganz ähnlich erfolgt in der zweiten Filterstufe, mit ebenfalls 5 Filtern, die Entmanganung.
Das Wasser fließt durch ein mit Kies gefülltes Becken, wobei das Mangan durch biologische Vorgänge freigesetzt und abgefiltert wird.

Da die Filterwirkung in beiden Filterstufen allmählich nachlässt, müssen die Filter regelmäßig gereinigt werden. Das geschieht durch sogenanntes Rückspülen. Dabei wird Luft und Wasser von unten nach oben durch das Filtermaterial gepresst. Die Filterschichten wirbeln auf, die Schlammflocken lösen sich und werden ausgespült.
Im Absetzbecken und Trockenbeet wird der im Filterrückspülwasser enthaltene Schlamm vom Wasser getrennt, eingedickt und dann deponiert. Das Wasser gelangt von dort wieder in den Naturkreislauf.