Häufig gestellte Fragen und unsere Antworten

Schon wieder eine Straße aufgerissen! Warum baut der WTL eigentlich so viel? Wie werden die Baustellen koordiniert? Warum kommt es zu Verzögerungen? Warum stehen manche Baustellen so lange? Warum sehen Baustellen oft so aus, als ob keiner daran arbeiten würde

Hand aufs Herz: Mindestens eine dieser Fragen haben Sie sich auch schon einmal gestellt!

Wir können Ihnen eines versichern: Baustellen sind nicht dazu da, Sie zu ärgern oder gar überflüssiges Geld auszugeben. Auch wenn man es nicht immer auf den ersten Blick erkennt: Unsere Baustellen sind leider unumgänglich, um Sie dauerhaft, zuverlässig und jederzeit mit Trinkwasser von hoher Qualität beliefern zu können.

Wenn Sie noch mehr Fragen zum Thema "Baustellen des WTL" haben, dann rufen Sie uns an oder nutzen Sie unser KONTAKT-Formular.

 

Warum baut der WTL eigentlich soviel?

Über das Wasserleitungsnetz versorgt der WTL jedes im Versorgungsgebiet angeschlossenen Grundstück mit Trinkwasser. Die Versorgungsleitungen haben eine Länge von ca. 1.670 km. Dieses entspricht der Entfernung von Ibbenbüren nach Neapel.

Das Wasserleitungsnetz ist hohen Belastungen durch Druckschwankungen ausgesetzt und muss dabei gleichzeitig hohen Sicherheitsstandards genügen. Wartungs- und Modernisierungsbedarf, aber auch Neubauten halten unsere Bautrupps in Atem.

Jährlich rund 1.500 Baustellen sind notwendig, um das Leitungsnetz instandzuhalten.

 

Wie werden die Baustellen koordiniert?

Der WTL, seine Mitglieder (Städte und Gemeinden im Tecklenburger Land) und die anderen im Tecklenburger Land tätigen Netzbetreiber (RWE, Stadtwerke Lengerich, Stadtwerke Osnabrück, Telekom) arbeiten zusammen – um Baustellen möglichst bürgerverträglich – also klein, kurzzeitig und preiswert – zu gestalten. So achten wir in der Koordination darauf, mehrere Maßnahmen dieser verschiedener Versorgungsträger gleichzeitig durchzuführen, damit z. B. ein Straßenstück nur einmal aufgerissen werden muss oder auch eine Erneuerung des Straßenbelages erst nach den für die Wasserversorgung notwendigen Bauarbeiten gemacht wird und nicht vorher. Wir bemühen uns, die Baustellen so einzurichten, dass sie so wenig wie möglich verkehrsbehindernd sind – sowohl zeitlich als auch in ihrer räumlichen Ausdehnung.

Über die aktuellen Baustellen und Bauvorhaben können Sie sich hier unter "Laufende Baumaßnahmen" und in der örtlichen Tagespresse informieren.

 

Warum kommt es manchmal zu Verzögerungen?

Keine Planung ist so gut, dass sie nicht durch unvorhersehbare Faktoren außer Kraft gesetzt werden könnte!

So können schlechtes Wetter (z. B. Regenfälle, die Baugräben mit Wasser füllen), langanhaltender Frost (bei Temperaturen unter 3 °C dürfen die Kunststoffleitungen nicht mehr miteinander verschweißt werden), unerwartete Bodenverhältnisse oder Verzögerungen in der Materialversorgung (um die Behinderung für Anwohner und Verkehrsteilnehmer möglichst gering zu halten, kann insbesondere im Rohrleitungsbau kaum Material vor Ort bereit gehalten werden), das zügige Abarbeiten des Baustellenvorhabens behindern.

 

Warum stehen manche Baustellen so lange?

Für viele Bürger/innen ist es nicht ersichtlich, warum Baustellen nicht schneller erledigt sein können, obwohl es keine Behinderungen gibt. Nun, das liegt daran, dass die Arbeiten in der Regel sozusagen „unter Tage“ stattfinden. Wir bemühen uns, Arbeiten so zu koordinieren, dass die Straße nur einmal aufgerissen werden muss. Das bedingt jedoch auch, dass manche Arbeiten nur hintereinander durchgeführt werden können und dazwischen Pausenzeiten liegen müssen. So liegen z. B. unterschiedliche Ver- und Entsorgungsleitungen in unterschiedlichen Tiefen. Die Kanalisation liegt in einer Tiefe von bis zu 5 m, die Gas- und Wasserleitungen gewöhnlich in einer Tiefe bis zu 1,60 m und die Stromleitungen in einer Tiefe von rund 80 cm. Eine Verlegung von Kanalisations- und Versorgungsleitungen in einem Arbeitsgang ist daher meistens nicht möglich.

Außerdem kann es selbst bei bester Planung und Koordination passieren, dass einer der beteiligten Bautrupps wegen eines Störfalles (z. B. Beseitigung eines Rohrbruches) nicht zum vereinbarten Termin kommen kann – was dann wiederum die ganze Zeitplanung über den Haufen wirft.

 

Warum sehen die Baustellen oft so aus, als ob niemand daran arbeiten würde?

In der Anfangsphase einer Baustelle kann man meist umtriebige Beschäftigung wahrnehmen. Dann scheinen die Arbeiten plötzlich stillzustehen.

So müssen z. B. nach dem Verlegen von Wasserleitungen Sicherheitstests durchgeführt werden, in denen die Wasserleitungen desinfiziert und auf ihre Dichtigkeit überprüft werden. Diese Druckprobe erfolgt bei geöffneter Baugrube und dauert oft Tage. Denn es muss ja sichergestellt sein, dass die Wasserleitungen auch unter hoher Dauerbelastung halten. Während dieser Sicherheitstests werden die Baustellen nur stichprobenartig kontrolliert.

Die Bauarbeiten sind mit der Verlegung und Inbetriebnahme der Wasserleitungen unter Straßen und Gehwegen jedoch noch nicht abgeschlossen. Denn erst jetzt kann der WTL die Hausanschlüsse für die Versorgung der einzelnen Grundstücke und Gebäude von der alten auf die neue Hauptwasserleitung umklemmen. Ansonsten wären die betroffenen Haushalte über den gesamten Bauzeitraum hinweg ohne Wasserversorgung.

Teilweise müssen zwar nur einzelne Teile der Wasserhausanschlüsse ausgewechselt werden, meistens jedoch sind noch umfangreiche Arbeiten in den Vorgärten und den Häusern bis zu den jeweiligen Übergabepunkten notwendig. Dabei werden keine Bauaktivitäten auf den eigentlichen Straßenbaustellen erkennbar sein. Die Baustellen bleiben aber trotzdem offen. Erst wenn diese kleinen, für die Wasserversorgung des jeweiligen Grundstückes aber umso wichtigen Tätigkeiten abgeschlossen sind, können die Arbeiten in der Straße durch die Baufirmen wieder aufgenommen und vollendet werden.